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  Kristallfiguren richtig beleuchten, um diese dann zu fotografieren, ist keine unlösbare Aufgabe.

 

Wenn Licht auf einen Glaskörper, oder ein Kristallglas trifft, folgt es ganz eigenen Brechungsgesetzen. Bei einer Kristallfigur wird das gebrochene Licht fast unkontrollierbar. Das österreichische Traditionsunternehmen Swarovski produziert und vermarktet unter anderem Kristallfiguren mit komplex und hochwertig geschliffenen Kristallen. Das optimale Zusammenspiel von Licht und Kristall sorgt für ein Spektakel von Glanz und Farbe.

 

Wie ist das nun mit der richtigen Beleuchtung auf komplexe Kristallobjekte? Ein richtig und falsch gibt es bei der Beleuchtung auf ein komplexes Kristallobjekt nicht. Damit die Figur aus Kristallen nicht im Lichtfunkeln untergeht, oder gar als Kristallklumpen dargestellt wird, kann man nur versuchen diese Lichtbrechungen zu reduzieren und das Objekt richtig positionieren. Wer im Besitz eines Lichtzelts mit flexibler Beleuchtung ist, der hat einen minimalen Vorteil, da ein Grundequipment schon vorhanden ist. Einen großen Pappkasten, sowie ein Stück schwarze, stabile und dennoch biegsame Kartonpappe, reicht ebenfalls für den Anfang. Diese schwarze Kartonpappe wird als Hohlkehle in die Kiste angebracht. Als Grundvoraussetzung wird ein Strahler mit sanftem Licht benötigt. Einige experimentieren mit Baustrahler und einem Duschvorhang im gesunden Abstand vor dem Strahler; eine sehr interessante Alternative, je nach Hitzebeständigkeit des Duschvorhangs. Nun kann es losgehen mit dem experimentellen und kreativen Fotografieren. 

 

  Swarovski Kristallfigur Schmetterling

Der Aufbau für den Kristall-Schmetterling und alle folgenden Figuren erfolgte im Lichtzelt, dabei wurde eine schwarze Kartonpappe im Hintergrund und als Unterlage benutzt. Der Schmetterling selbst, wurde auf einen Dekorationsstein platziert. Mit zwei separaten Abschattern, welche ebenfalls permanent im Einsatz waren, konnten die Lichtreflexe am Objekt reduziert werden. Die Abschatter bestehen aus zwei selbst zurechtgeschnittenen Styroporplatten mit 50mm Dicke, in jedem guten Baumarkt erhältlich, welche mit mattschwarzer Kartonpappe beklebt wurden. Als einzige Beleuchtungsquelle diente eine Studioleuchte mit Softbox (135W/7600lm/5400k), welches hier vor dem Objekt, leicht rechtslastig als Streiflicht positioniert wurde. Alle sonstigen Lichtquellen wurden ausgeschaltet.

 

Beim Aufbau der EOS 5D Mark IV, natürlich mit Stativ und Funkfernauslöser, entschied ich mich für ein Canon L-Teleobjektiv mit 300mm Brennweite und einem richtig eingestellten B+W Polarisationsfilter als Reflexionsabwehrmaßnahme. Der vorhandene Image Stabilizer vom Objektiv wurde logischerweise deaktiviert. Der eingebaute Ultraschallmotor arbeitet sehr präzise und perfekt, nur ab und zu hatte er beim Fernauslösen Probleme und konnte den Fokuspunkt nicht mehr finden. Daher wurde bei schwierigen Fokussituationen, bei den nachfolgenden Aufnahmeobjekten, per Autofokus scharfgestellt und auf den manuellen Fokus umgeschaltet. Die Objektdistanz betrug bei allen Aufnahmen zwischen 1,0-1,5 Meter.

 

Der Kristallschmetterling von Swarovski wurde mit folgenden Kamerawerten, im Belichtungsprogramm Zeitautomatik, belichtet: ISO100, Blende f22 bei einer Belichtungszeit von 8 Sekunden.

 

Es spielen verschiedenen Faktoren eine Rolle, ab wann das Objekt scharf abgebildet wird und ab wann es im unscharfen verschwindet. Die Kamera stellt auf den fokussierten Punkt scharf. Wie viel im vorderen und hinteren Bereich, ausgehend vom Fokuspunkt, noch scharf dargestellt wird, hängt von der Brennweite des Objektivs, der eingestellten Blendenzahl an der Kamera und von der Objektdistanz ab. Bei dem fotografierten Schmetterling wurde eine Vollformatkamera benutzt mit eingestellter Blende von 22, sowie einem Teleobjektiv mit 300mm Brennweite und die Objektdistanz betrug zirka 150 Zentimeter. Daraus ergibt sich folgendes: Der schärfste Nahepunkt liegt bei 148,7 Zentimeter und der schärfste entfernteste Punkt liegt bei 151,4 Zentimeter. Dies ergibt eine totale Schärfentiefe von 2,72 Zentimeter.  

 

Das Glücks-Schwein. Am 5. Februar 2019 sind wir in das chinesische Jahr des glücklichen und vergnüglichen Erd-Schweins gewechselt, welches bis zum 24. Januar 2020 anhält. Das Tierkreiszeichen Schwein, in der chinesischen Astrologie, symbolisiert nicht nur Glück, Wohlstand und Zufriedenheit, sondern steht auch für Gutmütigkeit und Treue.

 

Schwein gehabt    

Schwein gehabt mit den Lichtreflexen, oder einfach nur gut ausgeleuchtet? Das Kristallschwein wurde auf einen Dekorationsstein positioniert und es folgten verschiedene Bildaufnahmen. Die Studioleuchte mit Softbox wurde immer wieder, nach dem Betrachten der Bildaufnahme, auf eine andere Stellhöhe gebracht, bis die Lichtreflexe im erträglichen lagen. Es lohnt sich also mit dem Leuchtmittel und den Abschattern verschiedene Positionen auszuprobieren. Die Aufnahmedetails sind: ISO100, Blende f22 @ 15 Belichtungssekunden.

 

 

Der Schwan inspiriert mit seiner Grazie und seinem eindrucksvollen Erscheinungsbild die Menschen. Mit seinem weißen Federkleid gilt der Schwan als Symbol des Lichts, der Reinheit, der Vollendung und Reifung. Die Aussage „mir schwant etwas“ kommt aus der Mythologie und Sage, in denen Walküren und weissagende Frauen sich zu einer Schwanengestalt wandeln. Auch die Vorstellung entstand, dass kurz vor dem Schwanentod, diese singen und ihren Tod vorausahnen. Mir schwant etwas „schwanen“ hat die Bedeutung eine Ahnung, ein Vorgefühl zu haben.

 

Kristallfigur Schwan mit Kinder

 

Ein Bild vom Schwan mit seinem Nachwuchs. Wenn mehrere Glaskristallobjekte zusammen auf engstem Raum positioniert sind, gehen manchmal Details verloren, oder man erkennt nur noch einen Glasklumpen. Auch hier sind die Schwankinder schwer zu erkennen, da keine Akzente, wie einen rötlichen Schnabel oder schwarze Kulleraugen, vom Hersteller eingearbeitet wurden. Eine neue Position durch leichtes Drehen des Objekts löst manchmal das Problem, wenn auch nicht vollständig.

 

Durch Veränderung der Objektposition werden auch vorherige Lichtreflexe neu gestaltet und es ergeben sich eventuell verminderte Lichtreflexionen. Im Endeffekt entscheidet der Betrachter, welches Bild ihm besser gefällt, wenn er eine Auswahl hat. Der eine Mensch entscheidet sich für Glanz und Glemmer, der Andere ist genau für das Gegenteil. Das untere Bild zeigt den Schwan mit seinen Schwankindern in nicht nur einer anderen Position, auch der Studiostrahler zum Objekt wurde verändert. Die Lichtquelle wurde weiter weg positioniert und als Streiflicht eingesetzt.

 

Swarovski Schwan mit Kinder

 

Das Krokodil, auch als Alligator bekannt symbolisiert einen starken und respektvollen Krieger. In der Mythologie besitzt das Krokodil die Kraft der Schöpfung, als auch die Macht der Zerstörung und ist besonders launisch. Schnell kann sich seine lebensschöpfende Energie in ein wildes und unkontrolliertes Chaos entwickeln. Das Krokodil bedeutet nicht nur Leben und Tod, Schöpfung und Zerstörung, sondern symbolisiert auch Widergeburt, Heilung, Transformation und steht mit der Welt der Toten und dem Reich der Ahnen in Verbindung.

 

Krokodil Kristallfigur   

Das Krokodil wurde auf einen weißen Dekostein gesetzt. Die weiße Steinfarbe reflektiert nicht nur das Licht, sondern bewirkt noch zusätzlich Spiegelungen in den Kristallen. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Das Objekt wurde weiter weg vom Hintergrund platziert, somit verschwindet der Hintergrund im schwarzen Nichts. Das Studiolicht wurde über der Kamera mit Objektiv positioniert und beide seitlichen Abschatter wurden näher zum Krokodil gestellt. Aufnahmedaten: ISO100, Blende f25 bei einer Belichtungszeit von 8 Sekunden.

 

 

Die Redewendung „arm wie eine Kirchenmaus“ wird im Zusammenhang mit Armut, Verlust oder Entbehrungen benutzt. Wenn jemand schüchtern, introvertiert oder ängstlich ist, wird als „mausgrau oder graues Mäuschen“ bezeichnet. Die Maus gilt als Traumbote des Unterbewusstseins „etwas nagt an Ihnen“. Sie haben Gewissensbisse oder wollen sich verstecken. Die Maus zeigt Ihnen, dass Sie die Probleme nach und nach angehen sollen und lassen Sie sich nicht von Ihrer Angst lähmen oder hilflos fühlen.

 

Kristallfigur Maus Beleuchtung I Kristallfigur Maus Beleuchtung II

  Zweimal die identische kristallgläserne Maus mit zwei unterschiedlichen Aufbausituationen. Beim linken Bild wurde die Kristallmaus auf einen weißen Dekostein platziert und die Beleuchtung wurde auf gleicher Positionshöhe gebracht wie das Objekt. Bei der rechten Kristallmaus wurde diese direkt auf eine Hohlkehle platziert, wobei der Studiostrahler ziemlich weit entfernt und zusätzlich nach oben gestellt wurde. Das linke Mäuschen wurde bei ISO100 mit Blende f16 und 6 Sekunden belichtet. Das rechte Mäuschen wurde mit ISO100 einer Blende f22 und mit 5 Sekunden belichtet.

 

 

Die Gans ist ein Tier der dreifaltigen Göttin Ceridwen. Ist das Gefieder der Gans hell, steht die Gans für den Aspekt der Jungfrau. Ist das Gefieder bunt, dann ist es ein Symbol der Mutterschaft und ist das Gefieder dunkel, dann symbolisiert es das Alter. Gänse sind stets wachsam und verteidigen Ihre Familie. Dementsprechend ist im keltischen Glauben die Gans das Lerntier für Eltern, um Gefühle, sowie Pflichten zu stärken und wahrzunehmen.

 

Swarovski Figur Gans   

Auch die Gans im kristallgläsernen Kleid wurde wieder auf einen kleinen weißen Dekostein gestellt. Die Abschatter rechts und links wurden ganz nah an das Objekt herangeführt, so dass viele funkelnde Lichtreflexe damit ausgeblendet wurden. Die Beleuchtung als Seiten- und Streiflicht erfolgte von erhöhter Position von rechts vorne nach links hinten. Bei ISO100 und einer Blende von f10 war die Belichtungszeit 4 Sekunden. Die kleine Blendenzahl von f10 „große Blendenöffnung“ im Gegensatz zu Blende f22, konnte gewählt werden, da die Kristallgans recht kurz in der Tiefe ist.

 

 

Der Marienkäfer, auch als Hergottskäfer und Glückskäfer bekannt ist ein Glücksbringer, Hoffnungs- und Himmelsbote. Er symbolisiert Glück, sowie Fleiß und gilt als biologischer Schädlingsbekämpfer. Der Marienkäfer mit seinen sieben Punkten soll Energie, Zuversicht, Selbstvertrauen und Mut spenden. Mit seiner Ausstrahlung sendet er Liebreize aus, die uns Glück bescheren, welche nicht selten in uns selbst zu finden ist.

 

Swarovski Marienkaefer Glueckskaefer   

Der kleine Marienkäfer mit seinem schwarzen Kopf und seinem Kristallglaskörper zeigt matte Reflexionen. Lichtreflexe können auch verringert werden, wenn eine geringere Schärfentiefe, also eine kleinere Blendenzahl „große Blendenöffnung“ an der Kamera eingestellt wird. Statt den Lichtreflex noch zu schärfen, wird er weichgezeichnet. Als Priorität für den Schärfepunkt wurden beim Marienkäfer der Kopf, sowie die Augen fokussiert. Der Glaskörper soll noch erkennbar sein, kann aber unscharf abgebildet werden. Eine ausgehende Lichtreflexion vom Kristallglas wird so nicht mehr auf dem Fotosensor geschärft und verstärkt. Die Aufnahme wurde mit ISO100, einer eingestellten Blendenzahl von f8 und einer Belichtungszeit von 0,8 Sekunden bewerkstelligt.

 

 

Der Pelikan symbolisiert einen Vogel der Wiedergeburt. Laut einer Kunstgeschichte pickte der Pelikan seine eigene Brust auf und fütterte seine drei Jungen mit seinem Blut, welches aus seiner Brust tropfte. Er erweckte somit seine Jungen zu neuem Leben und wurde dadurch ein Symbol für Jesus Christus, welcher sich freiwillig am Kreuz opferte, damit andere Leben konnten. Der Pelikan ist auf vielen Wappen zu sehen, wie auf dem Wappen vom US-Bundesstaat Louisana, Stadt Luckenwalde in Brandenburg, Arbois in Frankreich, Vilemov in Tschechien, den britischen Turks- und Caicosinseln und auf der Flagge von Sint Maarten.

 

Kristallfigur Pelikan   

Es war kein leichtes den Pelikan mit seinem Riesenschnabel auf dem weißem Dekorationsstein richtig in Szene zu setzen. Da der riesige Futterschnabel keine farblichen Akzente setzt, waren viele Bilder nur als einziger Glaskristallmasseklumpen zu erkennen. Die Lichtreflexionen waren dabei das kleinere Problem. Bis die richtige Position für den Kristallpelikan gefunden wurde, vergingen einige Bildauslöser. Als dann endlich die Position passte, wurde die stark ausgeprägte Lichtreflexion auf dem Glaskörper in Kauf genommen. Der Pelikan wurde belichtet mit ISO100 bei einer Blendenzahl von f22 und einer Belichtungszeit von 8 Sekunden.

 

 

Kugelfische können sich in Sekunden mit Wasser aufpumpen, so wirken sie auf Angreifer abschreckend. In Japan werden Kugelfische, dort heißen sie Fugo, in speziellen Restaurants zubereitet. Wer diesen teuren Fugo isst, beweist damit seinen Mut und Reichtum.

 

Kugelfisch Kristallfigur Swarovski   

Für den kleinen und putzigen Kugelfisch wurde das Lichtzelt umgestaltet. Ich empfand den Gedanken besser, den runden Kristallfisch im coolen Blau zu fotografieren und so kam eine blaue Hohlkehle zum Einsatz. Die Beleuchtung wurde ebenfalls verändert und direkt über dem Lichtzelt vorgenommen. Die zwei selbstgebastelten Licht- und Reflexions- Abschatter waren rechts und links vom Kugelfisch immer noch im Einsatz. Die Aufnahme erfolgte bei einer Sensorempfindlichkeit bei ISO100 mit Blende f22 und einer Belichtungszeit von 4 Sekunden.

 

 

Kristallglas ist ein farbloses Glas, welches Zusätze wie Metalloxide oder Metallionen enthalten kann. Das Glas hat einen erhöhten Brechungsindex und einen erhöhten Streueffekt. Diese Eigenschaften rufen Farbeffekte hervor, welche an Quarzkristalle erinnern.

 

Kristallschildkröten

 

Wenn die zu fotografierenden Objekte um ein Vielfaches kleiner werden, lohnt sich ein Makroobjektiv. Das Teleobjektiv wurde nun gegen ein Macro EF 100L f2,8 ersetzt, da die zwei kleinen Kristall-Schildkröten um ein Vielfaches kleiner sind, als der Kugelfisch. Leider besitze ich für das Makroobjektiv keinen Polfilter, also tricksen wir ein wenig mit der Schärfentiefe. Der Studiostrahler hat nun seinen Platz auf dem Lichtzelt gefunden und beleuchtet von oben die Swarovski-Kristallfiguren, dabei wurde ein goldener Hintergrundkarton als Hohlkehle benutzt. Um möglichst wenige Reflexionen zu erhalten wurde eine Blende von f10 benutzt. Die zwei Köpfe liegen im Schärfefokus als Blickfang, die Füßchen und der Körper gleitet von scharf zu unscharf. Nicht zu unscharf, die Schildis sollen ja noch in ihrer Tierform erkannt werden. Durch die Beleuchtung von oben, ergeben sich Lichtreflexe direkt unter dem Korpus, Füßchen und Kopf. Die Spiegelreflexkamera wurde mit dem Stativ auf verschiedene Höhen gebracht, um die Position mit den wenigsten Reflexionen an den Schildkröten zu erreichen. Nach 5 weiteren Versuchen war klar, das erste Bild ist das Beste. Das Schildkrötenbild entstand mit ISO100 @ 1/5 Sekunde bei Blende f10.
 

 

Die Schärfentiefe, gerne auch fälschlicherweise als Tiefenschärfe bezeichnet, kann im Zeitautomatikmodus der Kamera selbst bestimmt werden. Dazu wird die Blende vorgewählt. Je kleiner die Blendenzahl, desto weniger Schärfe in der Tiefe. Je größer die Blendenzahl, desto höher ist die Schärfe in der Tiefe.

 

Swarovski Ente

   

Wenn das Makroobjektiv schon seinen Platz an der EOS 5D Mark IV eingenommen hat, dann soll es auch weiter benutzt werden. Die Beleuchtung wird immer noch von oben durchgeführt und auch die Abschatter sind permanent rechts und links neben den Kristallfiguren im Einsatz. Der Mensch neigt zum Spieltrieb, deshalb kann man auch beim Fotografieren, diesen benutzen. In jedem guten Haushalt gibt es einen Spiegel oder die Abdeckung des Bilderrahmens. Ich habe bei dieser Aufnahme einen Spiegel zu Hilfe genommen, um eine neue Situation zu erschaffen. Die im hinteren Lichtzelt aufsteigende rote Hohlkehle spiegelt sich, wie die kleine Ente, im Schminkspiegel wieder. Um jetzt übermäßige Reflexionen am Objekt, welche sich im Spiegel verstärken könnten, zu vermeiden, wurde eine Blende von f8 gewählt. Der Kopf, das Auge und der Schnabel, quasi Gesichtsmerkmale worauf ein Mensch zuerst achtet, muss scharf sein. Alles weitere darf sich in Unschärfe so verlieren, dass der Betrachter dennoch weiß, um welches Tier es sich handelt. Die Ente aus Kristallglas wurde mit ISO100 bei 1/8 Sekunde @ Blende f8 aufgenommen.
 

 

Jedes Licht hat eine Farbtemperatur, welche in Kelvin festgelegt ist. Jede Kamera macht eine automatische Farbtemperaturkorrektur = einen Weißabgleich. Der Sonnenaufgang und Sonnenuntergang haben eine Farbtemperatur von 3200 Kelvin. Ein sonniger Mittag bringt 5500 Kelvin mit sich, wobei ein Fotoblitz von 5500-5600 Kelvin die Umgebung erhellt. Wenn der Himmel bedeckt ist, dann herrscht eine Farbtemperatur von 6500-7500 Kelvin und ein strahlender blauer Himmel zeigt eine Farbtemperatur von 9000-12000 Kelvin. Wenn nun verschiedene Leuchtmittel aufeinandertreffen, nennt man das in der Fotografie -Mischlicht- und es werden verschiedene Farbtemperaturen miteinander vermischt. Um die Bildstimmung, wie gesehen, festzuhalten, kann ein Weissabgleich durchgeführt werden. Der Weissabgleich kann mit einer Graukarte, oder später bei der RAW-Aufnahme ausgeglichen, beziehungsweise angeglichen werden.

 

Kristallfigur Hund

  

Auch bei dieser Kristallfigur war das Makroobjektiv im Einsatz. Im Lichtzelt wurde eine L.E.D.-Lampe unter der Figur platziert, die nach oben leuchtete. Rechts und links von der LED-Lampe wurde eine Erhöhung gestaltet, damit eine durchsichtige Glasscheibe von einem Bilderrahmen aufgelegt werden konnte. Auf der Glasscheibe nahm dann der Hund seine Position ein. Von oben beleuchtete die 135 Watt Studiolampe die Figur. Das ganze Szenario wurde auf einer blauen Hohlkehle fotografiert. Die Aufnahme wurde durchgeführt mit ISO100 bei einer Verschlusszeit von 1/20 Sekunde @ Blende f10. Bei solchen Spielereien muss der Weissabgleich (Farbtemperatur des Lichts, in dem Falle Mischlicht) mit einer Graukarte, oder später per Software abgestimmt werden.
 

 

Einen Grünstich, Blaustich, Rotstich oder Gelbstich aus einem JPG-Bild entfernen ist möglich. Mal von der Sinnigkeit abgesehen; ein verlustbehaftetes komprimiertes Bild nochmals nachträglich zu bearbeiten und erneut einer verlustbehafteten und komprimierten Abspeicherung zu unterziehen. Es gibt, je nach Kameramodell, die Möglichkeit: RAW-Daten und JPG-Bilder beim Fotografieren auf die Speicherkarte zu bannen.

 

Crystal Butterfly

 

Bei der letzten Figur, ein Kristall-Schmetterling auf einem Diamantblatt, wurde ein samtroter Hintergrund gewählt. Die Ausleuchtung erfolgt von oben und zusätzlich wurde eine weitere Studio-Softbox mit 135 Watt aktiviert. Die zusätzliche Softbox wurde so positioniert, dass ein Schattenschlag sich auf dem samtroten Hintergrund durchzeichnete. Beide Studio-Spirallampen arbeiten bei der gleichen Farbtemperatur. Die hellen Stellen auf dem samtroten Untergrund sind Lichtreflexe, welche vom Objekt ausgehen. Das Objekt wurde belichtet mit ISO50 bei einer Blende von f32 @ 0,6 Sekunden.

 

Jetzt setzen wir noch ein i-Tüpfelchen drauf und werden Überkreativ. Alle Studioleuchten wurden abgeschaltet. Die LED-Leuchte wurde aktiviert und als Spot-Light platziert. Die Position von Spot-Light zur Kamerasensor wurde solange feinjustiert, bis gewollte Spitzlichter erreicht wurden. Die Farbtemperatur war katastrophal schwankend. Es konnte also gleich per Auto-Weissabgleich belichtet werden und später wurde manuell nachgebessert. Nachdem das RAW-Erzeugnis angepasst und als TIFF-Bild fertig erstellt war, wurde es nochmals bearbeitet. Die gewollten Spitzlichter wurden mit einem Softwareprogramm als Sternlichter in 2 Minuten berechnet. Der Diamond-Butterfly wurde aufgenommen mit ISO50 bei einer Blende von f32 @ 0,5 Sekunden. Exakt die identische Belichtung, wie der obere Schmetterling. Der gleiche Swarovski-Schmetterling wurde nur unterschiedlich beleuchtet.

 

Diamond Butterfly

 

 

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