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Landschaftsfotografie-Tipps für Anfänger.

Bei der Landschaftsfotografie wird keine teure Profiausrüstung benötigt und auch ein Fotografiestudium muss nicht absolviert werden. Bei den teuren Kameras fehlen die Automatikprogramme und der Benutzer muss einiges an Know How mitbringen. Das bedeutet: Teure Kamerasysteme erstellen nicht bessere Bilder. Ein gutes Bild wird entschieden durch die Lichtstimmung, das Motiv und ganz wichtig der gewählte Bildausschnitt.

Für Landschaftsaufnahmen wird nicht nur eine Kamera benötigt, sondern auch ein Festbrennweitenobjektiv, Weitwinkelobjektiv, oder ein Standard-Zoomobjektiv. Weitwinkelobjektive werden bevorzugt eingesetzt in der Landschaftsfotografie und besitzen einen Brennweitenbereich von 10, oder 16 bis 35mm. Die Standard-Zoomobjektive haben meist eine Anfangsbrennweite von 18 oder 24mm, was völlig ausreichend ist.

Ein hochvergütetes Weitwinkelobjektiv von 16-35mm Brennweite hat natürlich auch seinen Preis. Der Blendenwert 1:2,8 oder manchmal auch als f2,8 angegeben, gibt die maximale Blendenöffnung wieder. Je niedriger der Blendenwert, desto lichtstärker ist das Objektiv, welches sich auch im Preis niederschlägt. Zwei Blendenwerte 1:3,5 – 1:6,3 sind meist Zoomobjektive, dabei wird der kleinste Blendenwert nur in den unteren Anfangsbrennweiten erreicht. Je näher man das fokussierte Objekt heranholt „zoomt“ desto schneller erhöht sich der Blendenwert. Mit einem lichtstarken Objektiv sind kürzere Belichtungszeiten möglich. Ein hochvergütetes Objektiv ist keine schlechte Wahl, denn ein Fotosensor kann nur die Informationen verarbeiten, die durch das Objektivglas gebündelt, optimiert und brechungsfrei weitergeleitet werden.

Canon Weitwinkelobjektiv

In der Landschaftsfotografie werden auch gerne optische Filter verwendet, welche vor dem Objektiv eingeschraubt werden. Am Anfang sollte man sich nicht durch weitere Technik beeinflussen lassen. Zu einem späteren und fortgeschritteneren Zeitpunkt können optische Filter eingesetzt werden, wie den Polfilter. Dieser vermindert Reflektionen und verstärkt Sättigung/Kontrast von Himmel, Regenbögen, sowie von Wolken. Auch ein Graufilter „ähnlicher Effekt wie bei einer Sonnenbrille“ ist bei fortschreitenden Landschaftaufnahmen eine Überlegung wert. Graufilter, oder auch ND-Filter genannt, kann Langzeitbelichtungen am Tage realisieren.

Bei Landschaftsaufnahmen ist es nicht unbedingt erforderlich ein Stativ zu benutzen, außer Du entschließt Dich auf eine bestimmte Lichtsituation zu warten, eine Langzeitbelichtung durchzuführen, oder wenn der Bildausschnitt akribisch genau eingestellt werden soll. Wenn Du den Bildausschnitt ausgesucht, sowie optimiert hast und Du wartest auf eine bestimmte Lichtsituation „Sonnenuntergang, Sonnenaufgang“, dann kann es sinnvoll sein ein Stativ zu benutzen. Wenn ein Stativ vorhanden, dann sollte es mitgenommen werden. Wenn man das Stativ nicht mitgenommen hat, genau dann ergibt sich die Situation, dass man es benötigt.

Theorie Landschaftsfotografie.

Es gibt vier wichtige Parameter, die bei jeder Art der Fotografie entscheidend sind:

– die Brennweite
– die Blende
– die Belichtungszeit
– der ISO-Wert

Es gibt Festbrennweitenobjektive und Zoomobjektive, wobei sich die Brennweite verändern lässt. Die Brennweite bestimmt zusammen mit dem Fotosensor den Bildwinkel, welcher erfasst und aufgenommen werden kann. Ein Weitwinkel-Zoomobjektiv besitzt die Angabe der geringsten Brennweite 16mm und die maximale Brennweite 35mm, welche einstellbar ist. Die Brennweite wird mittels einem Drehrad am Objektiv verstellt.

Der Mensch sieht seine Umgebung mit zirka 50mm Brennweite. Je kleiner die Brennweite, desto weitwinkliger kann das Bild aufgenommen werden. Allerdings hat der Weiwinkelbereich auch seine Risiken, denn bei zu nahen Objekte und Gebäude fangen diese an zu kippen. Dieses Phänomen nennt man stürzende Linien.

Die Blende wird mittels Lamellen am Objektiv gesteuert und beeinflusst die Lichtmenge. Man spricht von einer Offenblende bei dem kleinstmöglichen Blendenwert. Die Offenblende am unteren Beispiel wäre f2,8. Abblenden bedeutet die Blende weiter schließen, damit wird der Blendenwert erhöht. Durch Abblenden „Blendenwerterhöhung“ verringert man Bildfehler, welche bei kleinen Blendenwerten auftreten.

 

blendenoeffnung

 

Je größer der Blendenwert eingestellt wird, desto weniger Licht trifft auf den Fotosensor und umso schärfer wird das Gesamtbild. Allerdings verlängert sich die Belichtungszeit. Unteres Blendenbeispiel zeigt bei gleichbleibenden ISO-Wert von 400, wie sich bei Erhöhung der Blende die dazugehörige Belichtungszeit und Schärfentiefe im Kamera-Kreativprogramm [Av] Zeitautomatik mit Blendenvorwahl verhält. Dabei verlängern sich kontinuierlich die Belichtungszeiten mit steigendem Blendenwerten, aber auch die Gesamtschärfe des Bildes nimmt zu.

Anzeige von links nach rechts: Belichtungszeit, Blende, Skala Belichtungskorrektur, ISO-Wert.
1/1250s f2,8 ; 1/640s f4,0 ; 1/320s f5,6 ; 1/160s f8,0 ; 1/80s f11 ; 1/40s f16 ; 1/20s f22 ; 1/10s f32

 

Die Belichtungszeit ist ein Faktor, den wir im Auge behalten sollten. Eine Kamera mit Objektiv ist nur bis zu einer gewissen Belichtungszeit freihändig einsetzbar. Mit 1/60 Sekunde oder darüber (1/80s ; 1/100s ; 1/250s) sollten keine Unschärfe durch Verwacklung auftreten. Eine Faustformel besagt, die Belichtungszeit sollte 1/Brennweite (multipliziert mit dem Cropfaktor) betragen. Das bedeutet nicht, dass bei einer eingestellten Brennweite von 20mm = 1/20s freihändig möglich sind.

Mittlerweile sind einige kluge Köpfe auf den Gedanken gekommen Geld zu verdienen mit Fotografie-Prüfkarten, Checkkarten, Cheatkarten, Spickzetteln und wie diese ganzen Geldverschwendungskarten auch immer heißen mögen. Diese „supertollen“ Hilfsmittel können keinerlei Praxis vermitteln und sind meiner persönlichen Meinung nach „reine Geldverschwendung“.

Je größer der Blendenwert, desto kleiner die Lamellenöffnung und umso mehr Schärfe entsteht. Das erweckt den Anschein man nimmt nur noch Blende f22 und mit der Schärfe gibt es kein Problem mehr. Falsch! Denn jetzt tritt die unschöne Beugungsunschärfe, auch als Diffraktion bekannt, auf. Diese Beugungsunschärfe bewirkt, dass die Bilder, trotz hohem Blendenwert nun wieder matschig aussehen. Man stelle sich folgendes vor: Ab einer gewissen Blende sind die Lamellen so stark für den Fotosensor dahinter geschlossen, dass das Licht an den Lamellen sich bricht und gebeugt „verwirbelt“ auf dem Fotosensor trifft. Je weiter die Blende geschlossen wird, umso stärker wirkt die Beugungsunschärfe. Begünstigt wird dieses Phänomen zusätzlich durch dicht sitzende Fotosensoren (Pixel).

Sensor Vollformat APS-C Sensor

 Beispielhafte Darstellung: Links der Vollformatsensor und rechts der Cropsensor (APS-C). Beide mit gleicher Anzahl an Fotodioden (Pixeln). Bei der darauffolgenden Animation ist zu erkennen, dass der Crop-Sensor, wenn die Blendenlamellen geschlossen werden (f8,f16) die Pixel sehr dicht zusammen sitzen, wobei der Vollformatsensor noch Spielraum hat.

Beugungsunschärfe

Zirka-Werte. Die Beugungsunschärfe beginnt bei:
Megapixel Vollformatsensor APS-C Cropsensor 1,6
10 MP Blende f18 Blende f11
18 MP Blende f14 Blende f9
24 MP Blende f11 Blende f7,1
30 MP Blende f10 Blende f6,3
50 MP Blende f8
80 MP Blende f6,3

 

Es gibt für jedes Zusammenspiel von Kamera und Objektiv eine förderliche Blende. Die förderliche Blende definiert den Punkt, an dem das Bild am schärfsten abgebildet wird. Um diesen Schärfepunkt festzustellen, müsste man mit jedem seiner Objektive einen Blendentest durchführen. Die Bilddatei, welche am größten ist, hat die optimale Schärfe und wird irgendwo zwischen f5,6 und f8,0 liegen. Was bringt uns nun diese Erkenntnis? Nichts, denn wir möchten fotografieren, keine Wissenschaft daraus veranstalten.

 

Nun aber zurück zu den vier wichtigen Parametern.

Bei Landschaftsaufnahmen tagsüber ist meistens genügend Licht vorhanden, dass der ISO-Wert, welcher das Lichtsignal verstärkt, im unteren rauscharmen Wertebereich gehalten werden kann. Eine Lichtempfindlichkeit von ISO100 ist ein Idealwert. „Früher zu Zeiten des analogen Films in der 24er Filmdose“. Wird die Lichtempfindlichkeit, also der ISO-Wert erhöht, dann wird die Belichtungszeit reduziert und es steigt die Gefahr des Bildrauschens. Dieses Bildrauschen macht sich bemerkbar durch Bildkrieseln und Farb-Fehlinformationen. Manchmal ist es aber nötig, den ISO-Wert zu erhöhen und wer nun eine moderne Kamera in den Händen hält, der wird keinen Bildunterschied zwischen ISO100 und ISO400 erkennen.

Hier eine kleine Kostprobe einer DSLR mit Vollformatsensor und einer ISO-Reihe mit großzügigen ISO-Sprüngen.

Schon ein Bildrauschen entdeckt? Mit Klick in die Foto-Slideshow öffnen sich die ISO-Fotos bildschirmfüllend. Je nach Kamera beginnt das Bildrauschen früher, oder auch später. Also machen wir uns erst einmal keine Gedanken mehr über Bildrauschen in der Landschaftsfotografie.

Die praktische Landschaftsfotografie mit Bildbeispielen.

 

Brennweitenvergleich 24mm vs. 105mm

Landschaftsaufnahme 24mm Brennweite Brennweite 105mm
Landschaftsaufnahme mit der Ortschaft Hardthausen bei einer eingestellten Brennweite von 24mm. Eine Detailaufnahme vom Rathaus Hardthausen „mitte“ mit einer eingestellten Brennweite von 105mm.

 

Beide Aufnahmen wurden freihändig im Zeitautomatikprogramm mit Blendenvorwahl (Av) mit ISO100 und Blende f5,6 durchgeführt. Bei einer Objektivbrennweite von 24mm wurde eine Belichtungszeit von 1/250 Sekunde errechnet. Beim zweiten Detailbild wurde das Hardthausener Rathaus in die Mitte genommen und die Objektivbrennweite betrug 105mm. Die errechnete Belichtungszeit betrug 1/250 Sekunde (Faustformel 1/Objektivbrennweite x Crop = 1/100 x 1,6 = 1/160s).

 

Bildkomposition:

Der goldene Schnitt wird nicht nur in der Fotografie als Bildaufteilung genutzt und basiert auf der Drittel-Regel. Dabei wird das Bildmotiv auf einer der vier Schnittpunkte gelegt und vermittelt eine harmonische Aufteilung. Ist ein natürlicher Horizont im Bild zu sehen, dann wird auch meist das Teilungsverhältnis einer Zwei-Drittel-Regel zugunsten des Himmels oder der Erde angewandt.

 

Fotografie. Der goldene Schnitt. Landschaftsidylle Offenblende

 

Eine Information von meinem ersten Fotokurs in den 90er Jahren ist mir in Erinnerung geblieben: Wenn die Sonne lacht, nimm Blende Acht. Und manche Weisheiten ändern sich nie, oder doch? Das obere rechte Bild wurde aufgenommen bei einer Objektivbrennweite von 16mm mit Blende f3,5. Der Gesamtschärfeeindruck passt! Heißt es nun? Wenn die Sonne lacht, nimm doch nicht immer Blende 8.

Schauen wir uns doch mal genauer an, wie sich der Schärfebereich bei einem Kameramodel mit Vollformatsensor und einem Kameramodel mit Cropfaktor von 1,6 verhält. Beide Kameras werden mit einem Objektiv von 16-35mm ausgestattet.

Jetzt ergeben sich folgende Szenarien:

lens: die eingestellte Brennweite am Objektiv.
f: Die eingestellte Blende an der Kamera
focus: Der Abstand von Kamera mit Objektiv zum fokussierten Objekt.
in front of subject: Schärfebereich vor dem fokussierten Objekt.
behind subject: Hinterer Schärfebereich vom Objekt ausgehend.

 

Kameramodell lens f focus in front of subject behind subject
Vollformat 16mm f3,5 5,00 Meter 3,30 Meter unendlich
Crop 1,6 16mm f3,5 5,00 Meter 2,75 Meter unendlich
Vollformat 24mm f3,5 5,00 Meter 2,34 Meter 35 Meter
Crop 1,6 24mm f3,5 5,00 Meter 1,76 Meter 6 Meter
Vollformat 35mm f3,5 5,00 Meter 1,46 Meter 3,50 Meter
Crop 1,6 35mm f3,5 5,0 0 Meter 1,02 Meter 1,70 Meter
Vollformat 16mm f3,5 10,0 Meter 8,00 Meter unendlich
Crop 1,6 16mm f3,5 10,0 Meter 7,10 Meter unendlich
Vollformat 35mm f3,5 10,0 Meter 4,52 Meter 47 Meter
Crop 1,6 35mm f3,5 10,0 Meter 3,39 Meter 10 Meter

 

Wir lernen daraus: Ist das fokussierte Objekt ziemlich weit weg, oder wird der Objektivbrennweitenbereich verkürzt, dann dehnt sich der Schärfebereich aus. Wird die Blende erhöht, dann dehnt sich ebenfalls der Schärfebereich aus. Das Simulieren der Tiefenschärfe kann gerne jeder selbst auf https://dofsimulator.net/en/ ausprobieren.

Auch an den kalten Tagen gibt es herrliche Situationen, an denen es sich rentiert die Landschaft zu fotografieren. Früh morgens, wenn sich der Nebel verzogen hat und die Sonne lacht, dann ist eine mit Raureif bedeckte Naturlandschaft faszinierend. Raureif entsteht durch Wassertropfen, bei Nebel und hoher Luftfeuchtigkeit, welche bei Eiseskälte einfrieren. Das untere Foto entstand um 8:24 Uhr. Bei einer Belichtungszeit von 1/13 Sekunde kam ein Stativ zum Einsatz. Die Bildgestaltung konnte mit Stativ noch bei leichtem Nebel, der sich langsam verzog, vorgenommen werden. Als dann der Nebel verschwunden war und die Sonne langsam auf die Erde lachte, entstand das Raureif-Bild.

 

Landschaft mit Raureif

Stativaufnahme mit Cropkamera Faktor 1,6 mit Weitwinkelobjektiv bei 35mm Brennweite. Fotografiert wurde die Raureifszene mit ISO100 bei Blende f6,3 und 1/13 Sekunde.

 

Lichtgestaltung mit der Sonne und Ihre Farbtemperatur.

Im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen. Wenn die Sonne früh morgens „das ist nichts für Langschläfer“ und spät abends „Du wirst eventuell den 20.15 Uhr Spielfilm verpassen“ tief am Horizont steht, dann beglückt uns die Sonne mit einer faszinierenden Lichtstimmung. Die Sonne schenkt uns Licht, Wärme, Energie und Wohlbehagen. Der Sonnenuntergang wurde mit einer Vollformatkamera bei einer Objektivbrennweite von 16mm Mitte März gegen 18 Uhr fotografiert. Im Zeitautomatik-Kreativprogramm mit Blendenvorwahl [Av] wurde bei ISO100 eine Blende von f3,5 eingestellt. Die Kamera errechnete eine Belichtungszeit von 1/400 Sekunde.

Landschaftsfotografie Anfängertipps Einsteigertipps

Das Bild wurde so zurechtgeschnitten, dass es einen Panoramaeffekt mit sich bringt. Somit erhält das Landschaftsbild optisch einen besonderen Reiz. Mit den heutigen hochauflösenden Pixelmonstern „Kameras mit 24+ Megapixel“ macht ein dezentes zurechtkürzen der Bildseiten keinen gravierenden Unterschied im Druck mehr aus. Bei einem beschnittenen Seitenverhältnis 5164 x 3873 „20 Megapixel“ kann bei 300dpi im Format 44 x 33 Zentimeter und bei 150dpi bei 87 x 65 Zentimeter gedruckt werden. Obiges Bild hat im Original, trotz Seitenzuschnitt immer noch eine Auflösung von 6720 x 3800 Pixel (25,5 Megapixel).

Früh morgens „das ist nichts für Langschläfer“ und spät abends „Du wirst den 20.15 Uhr Spielfilm verpassen“ entstehen die schönsten Landschaftsbilder. Bilder, welche um die Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel entstehen, sind nicht besonders stimmungsvoll und die Farbtemperatur liegt bei 5500 bis 5800 Kelvin. Zu dieser Tageszeit werden die Lichtstrahlen von der senkrecht stehenden Sonne nur wenig gestreut. Dies hat hartes Licht zur Folge mit harten Schatten und hohen Kontrasten. Auch hier stimmen die Weisheitssprüche nur bedingt, wie: „Von elf bis drei hat der Fotograf frei“, oder „in der Mittagssonne sind die Bilder für die Tonne“.

Farbtemperatur Sonnenlicht in Kelvin

Der stand der Sonne macht die Lichtstimmung aus. Morgens, wenn die Sonne am Horizont aufgeht und abends, wenn die Sonne am Horizont wieder untergeht, ist die Lichtstimmung beeindruckend. Das Licht hat dann eine weiche und sanfte Farbtemperatur von zirka 2800 bis 3400 Kelvin. Die „Blaue Stunde / Goldene Stunde“ bietet einen besonderen Reiz zum Fotografieren und ist ein physikalisches Phänomen zur Abenddämmerung. In der Zeit nach Sonnenuntergang, wenn sich Tag und Nacht begegnen, färbt sich der Himmel für zirka 15 bis 30 Minuten tiefblau. Dies ist der magische Zeitpunkt, an dem reizvolle Bilder entstehen.

 

Abendrot

Die untergehende Sonne färbt mit 3000 bis 4000 Kelvin den Horizont in ein gelb-orange-rotes Farbenmeer. Die Aufnahme bei Trier an der Mosel entstand Anfang September um 20:36 Uhr. Es kam eine Cropkamera zum Einsatz mit einer eingestellten Objektivbrennweite bei 75mm (Crop1,6 = Bildwinkel 120mm). Diese Landschaftsaufnahme beweist, dass es nicht immer ein Weitwinkelobjektiv sein muss. Das Originalbild zeigte keine besondere Bildwirkung, da im unteren Bildbereich störende und langweilige Häuser standen. In solchen Fällen, wie in diesem, kann man gerne mal ein Bild zurechtschneiden. Das Gesamtbild bekommt dann zusätzlich einen Panoramaeffekt. Die technischen Aufnahmedaten sind: ISO100 bei Blende f8,0 und einer Belichtungszeit von 1 Sekunde. Natürlich kam ein Stativ zum Einsatz.

 

 

Störende Bildelemente

werden vom Gehirn nicht wahrgenommen und ausgeblendet. Nur mit Übung, stetige Praxiserfahrung und durch dauerhaftes Kontrollieren der Bilder, erlangt man die Fertigkeit um störende Elemente bewusst wahrzunehmen.

Störende Bildelemente EOS10D 35mm bei ISO400 mit Blende f8,0 @ 1/1000 Sekunde
Die Äste am linken Bildschirmrand wurden erst bei der Betrachtung am Kameramonitor bemerkt. Diese wirken störend und verunstalten die Bildgestaltung. Bei der erneuten Bildgestaltung „Endzeitstimmung“ sind keine störenden Elemente vorhanden, welche rechts oder links ins Bild hineinragen. Das Bild wirkt ausgeglichener.

 

Landschaftsbilder bei bewölktem, regnerischem oder bedecktem Himmel zeichnen eine gewisse Dramatik ab. Bilder mit dieser düsteren Stimmung sind nicht jedermanns Sache. Das Bild „Endzeitstimmung“ wurde gegen 16.00 Uhr im Zeitautomatikprogramm mit Blendenvorwahl [Av] bei ISO400, sowie Blende f8,0 und 1/1000 Sekunde aufgenommen. Die Objektivbrennweite betrug 35mm.

Genug der Theorie, jetzt aber ab nach draußen und Praxiserfahrung sammeln, nur wer übt und Fehler macht kann auch lernen.

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