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Tarnzelt Buteo Mark II Photo Gear im Härtetest

Das Einmann-Tarnzelt Photo Gear Buteo Mark II wird vorgestellt, welches seine Stärken und Schwächen hat. In der freien Natur wildlebende Tiere zu fotografieren kann eine spannende und zeitaufwendige Angelegenheit sein. Einige Waldbewohner und zutrauliche Tierarten lassen sich problemlos mit der Systemkamera einfangen, aber bei den scheuen und schreckhaften Tieren ist eine Tarnung unumgänglich. Erkennbare Schatten und Umrisse, welche sich in einem schlechten Tarnzelt auftun, sind bei der Tarnfotografie unerwünscht. Beim Buteo Mark II muss man sich hier keine Gedanken bezüglich der Tarnung machen, denn innenliegend wurde das Zeltmaterial schwarz beschichtet. Das Buteo Mark II mit dem Waldmuster ist ein Popup-Zelt mit 2,7kg Gewicht und wird zusammengefaltet in einer Tasche geliefert. Beim ersten Auseinanderfalten springt es auf und „Popup“ schon steht das Zelt. Durch biegsame Stahlfedern wird das Popupzelt in Position gehalten und erhält eine sehr gute Stabilität. Bei idealen und günstigen Wetterverhältnissen kann man sofort mit dem Fotozelt loslegen.

 

Die folgenden Bilder wurden aus dem modifizierten Tarnzelt heraus fotografiert. Im Buteo Mark II wurde ein Stativ mit Canon EOS 5D Mark IV und einem 400mm Objektiv mit zusätzlichem Tarnschal aufgebaut.
Der Star ein Allesfresser Eichelhäher Buntspecht Mäusebussard Buteo buteo.
Alle Bilder können in einer vergrößerten Ansicht betrachtet werden.

 

Die Zelttür mit einer Höhe von 1,00 Meter und einer Breite von 60 Zentimeter lässt sich mit einem Reißverschluss vom Zeltinneren und Äußeren öffnen und schließen. Hat man den Zelteingang geöffnet, hängt diese seitwärts und berührt nur ansatzweise den Boden. Hinter der Eingangsöffnung befindet sich ein Tarnnetzgeflecht mit Insektenschutz, welches ebenfalls mit einem Reißverschluss von beiden Seiten bedient werden kann. Das Buteo Mark II besitzt im Inneren eine große Seitentasche, die aber ohne eine Modifikation nur bedingt nutzbar ist. Die Modifikation wird später im Blogbeitrag beschrieben. Wie auf dem Foto zu erkennen, hat das Tarnzelt Probleme bei Regenschauer. Das Zeltmaterial „nass glänzende Zeltwand“ nimmt die Feuchte auf. Dazu später mehr.

 

Tarnzelt Buteo Mark II

 

Viele unterschiedliche Öffnungen und Möglichkeiten der Tarnfotografie. Auf der gegenüberliegenden Türöffnung befinden sich vier kleine und zwei große Öffnungsmöglichkeiten. Eine Zeltseite hat eine untere längliche Reißverschluss-Öffnung für ein Stativbein, um es nach außen zu stellen, sowie ein Objektivfenster mit Klettverschluss, sowie darüber ein kleines Beobachtungsfenster. Bei der gegenüberliegenden Seite befindet sich ebenfalls eine längliche Reißverschlussöffnung für ein Stativbein und ein sehr großzügiges Ausschaufenster mit Klettverschluss. Die kleinen Ausschaufenster sind alle mit Klettverschluss und einem Insekten-Tarnnetz. Beide Vorschaubilder können vergrößert angeschaut werden. Die Türseite beim ersten linken Bild ist auf der gegenüberliegenden Zeltseite mit den zwei länglichen Ausschaufenstern, welche mit einem Reißverschluss versehen sind. Die Türseite beim zweiten rechten Bild ist auf der rechten Seite.

 

Buteo Mark II Tarnzelt Photo Gear Hide Buteo

 

Zeltmaße: Das Zelt ist angegeben mit Breite 1,15 x Länge 1,15 x Höhe 1,47 Meter. Im Inneren des Buteo Photo Hide Tarnzelt sind die zwei unteren bodenlangen Zeltseiten zirka 1,10 Meter auseinanderliegend. Durch leichte Schräglage des Tarnzeltes ist die Bodenmessung von Zeltseite zu Zeltseite von 1,10 Meter dementsprechend abnehmend nach oben hin. Von der Waldbodenmitte des Zeltes bis zum Zeltdach beträgt die innere Gesamthöhe zirka 1,45 Meter.

 

1,10 Meter Buteo Mark II

 

Warum ist diese Maßeinheit der Höhe von 1,45 Meter so wichtig? Je nach eigener Körpergröße und Höhe der Sitzgelegenheit kann dies zu Problemen führen. Man setze sich bitte auf seinen Fotostuhl und nimmt nun Maß vom Boden bis zum Kopfende. Werden 1,40 Meter überschritten, dann ist das Tarnzelt ungeeignet. Bei einer Größe von 1,86 Meter und einem Fotostuhl mit Höhe 40cm, beträgt das sitzende Gesamtmaß, je nach Körperhaltung 1,20-1,30 Meter. Das Zelt ist sehr flexibel und sofort einsatzbereit. Mit der Fotoausrüstung und einer Sitzgelegenheit, kann man sich sofort im Tarnzelt verstecken. Nun heißt es geduldig sein und beobachten.

Das Tarnzelt Buteo Mark II hat seine Schwächen bei Wind, Schnee, Frost und Regen.

Diese Schwächen können allerdings schnell durch Modifikationen behoben werden. Bei einem Dauereinsatz ist das Tarnzelt ohne Modifikation eine Enttäuschung, besonders wenn es an der gleichen Stelle für eine längere Zeit bei allen unliebsamen Wetterbedingungen Stand halten soll. Die mitgelieferten Zeltheringe „Entschuldigung: Das wäre eine Beleidigung aller Zeltheringe; ich meinte Biegestäbchen“ halten das Zelt, wenn keinerlei Zeltbewegung zustande kommt. Die mitgelieferten Zeltheringe können direkt entsorgt werden. Zu Testzwecken wurden die migelieferten „Zeltheringe“ benutzt. Nach nicht einmal zwei Wochen und einigen Windböen lagen diese verstreut und verbogen in der Umgebung. Das Tarnzelt war teilweise zusammengefaltet und davongeflogen.

 

Acht dieser Zeltheringe sind seit Monaten im Dauereinsatz und auch nach extrem sturmartigen Böen halten die neuen Zeltheringe das Zelt an Ort und Stelle, wie festgenagelt.

Stabile und zuverlässige Zeltheringe

Vier Zeltheringe wurden in fast sandartigem, die anderen vier Zeltheringe in hart verwurzeltem Boden hineingetrieben „Gummihammer“. Das mitgelieferte Zelt-Befestigungsseil wurde an den oberen Zeltschlaufen verknotet und dann mit den vier von den acht neuen Zeltheringen im Boden verankert. Die mitgelieferten Zeltleinenspanner aus Plastik sind robuster als gedacht.

 

Befestigungsschlaufen

 

Das Buteo Mark II hat an den unteren Zeltecken Schlaufen. An diesen wurden die restlichen vier Zeltheringe benutzt, um das Zelt am Boden zu fixieren. Das Zeltdach hat leider seine Schwächen. Das Dachdesign ist kein Meisterwerk und es fehlt eine wasserabfließende Konstruktion. Schon nach dem ersten leichten Regenschauer erweist sich das Zeltdach als kleiner Mini-Stausee und das Material ist in kürzester Zeit nicht wirklich wasserabweisend. Das angestaute Regenwasser kann nicht ablaufen und sickert durch das Zelt. Auch die Seiten des Zeltes glänzen von innen schön feucht, siehe erstes Bild. Warum der Hersteller nicht in der Lage ist, wenigstens eine Grundimprägnierung durchzuführen ist einem schleierhaft und wir sprechen hier von Gesamtkosten von zirka 6,00 Euro als Privatperson.

 

 

Die Vorschaubilder können vergrößert angeschaut werden. Das dritte und letzte Bild zeigt den berühmt berüchtigten Mini-Stausee Buteo auf dem Dach des Tarnbergs Photo Gear.

Zelt imprägnieren Nicht Regenresistent Buteo Mark II Regenproblem Buteo Mark II

 

Eine vernünftige Imprägnierung auf das Zeltmaterial wirkt wie ein Wundermittel der Wasserabweisung. Die Imprägnierung sollte auf das trockene Zeltmaterial und im Außenbereich, am Besten bei schönem Wetter, durchgeführt werden. Bei einem erneuten Test nach der Imprägnierung und einem schönen Regenguss wurde der Mini-Stausee absichtlich stehen gelassen. Nach knapp zwei Wochen ist das Ergebnis mehr als beeindruckend. Der Eimer im Zeltinneren war absolut trocken und es tropfte nichts. Eine absolute Wasserdichtigkeit wurde herbeigeführt. Imprägniersprays kosten heutzutage auch nicht mehr die Welt und der Essiggeruch vom Einsprühen verfliegt nach kurzer Zeit. Hier kann man wieder im tiefen Amazonas suchen: Imprägnol universal Imprägnierspray 400ml.

 

Fazit: Das modifizierte Einmann-Tarnzelt hat von Oktober 2019 bis Mai 2020 nun mehrere Wetterstrapazen mitgemacht. Heftige Windböen hat das Photo Gear Buteo Mark II überstanden und das Zeltmaterial, genauso wie die neuen Zeltheringe, zeigen keine Schwäche. Der Buteo Stausee war ebenfalls durch Eiseskälte, genauso wie das Zelt, eingefroren und wieder aufgetaut. Kohl- und Blaumeisen nutzen die Seile als kurzweilige Rastplätze und auch Schnee konnte dem modifiziertem Tarnzelt nichts anhaben. Die Imprägnierung, besonders intensiv auf dem Dachmaterial angewendet, hält auch nach nun 6 Monaten. Eine Nachbehandlung sollte sicherheitshalber wieder durchgeführt werden.

 

Das Tarnzelt modifiziert mit gutem Imprägnierspray „2x400ml zirka 6,00 Euro“ und vernünftigen Zeltheringen „8 Stück zirka 25,00 Euro“ ist perfekt für die Outdoor-Tarnfotografie. Wer schreckhafte und scheue Tiere an einem festen Ort fotografieren möchte, für den eignet sich das Tarnzelt mit Modifikation.

 

Anbei die Materialien, welche über Amazon bezogen wurden und bis heute im Einsatz sind:

 

 

 

 

 

Das Tarnzelt Buteo Mark II. Für einen Preis um die 120-130 Euro völlig in Ordnung. Wer High-End Qualität sucht muss allerdings auch in einem anderen Preissegment suchen.
Großzügiger Tarnschal für 400mm Objektiv und die Zeltöffnung nach Außen mit zu tarnen. Ich habe es mit beiden bedruckten Tarnseiten nach außen halbiert zusammengenäht. Größe halbiert ist immer noch 85×85 Zentimeter.
Das Imprägniermittel für das komplette Tarnzelt. Schon der Wahnsinn, was so eine Imprägnierung ausmacht. Hatte erst meine Bedenken.
Die Zeltheringe gab es damals in der Farbe: schwarz. Mit der Farbe hatte ich wohl Glück. Die Zeltheringe beeindrucken mich noch heute und das bei diesem Leichtgewicht.
Tarnung für das Stativbein und mittlerweile auch für die Objektivblende. Die abgebildete Farbe ist leider nicht korrekt, aber es erfüllt seinen Zweck.

 

Das Buteo Mark II Einmann-Tarnzelt

steht immer noch am selben Platz und hat sogar im inneren Besucher bekommen, die ganz friedlich um mich herumsummen. Jetzt warte ich, damit die gallischen Wespennester der Feldwespe verlassen werden, damit eine erneute Imprägnierung vollzogen werden kann. Hier ein paar Bilder aus noch kälteren Zeiten.

Tarnzelt Photo Gear Buteo Mark II

 

und aus dem Tarnzelt heraus kann man auch schöne Aufnahmen tätigen. Natürlich gehört auch ein wenig Glück immer mit dazu, denn Vögel im Flug zu fotografieren ist nicht besonders einfach.

 

Ein Star im Flug und ein Eichelhäher beim Gefieder putzen.

Star im Flug Ein Eichelhäher

 

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